Baustelle Erinnerung – Ausstellungsgestaltung im vorarlberg museum
Wie gehen wir heute mit der NS-Vergangenheit um? Die Schau zeigt, wie tief Ideologie und Vereinnahmung in Kunst und Kultur verankert waren – und wie vieles nach 1945 weiterwirkte.
Im Eingangsbereich hängen stilisierte Objekte aus der NS-Zeit an der Decke, Stellvertreter für die vier Themenbereiche, die lange Schatten werfen. Der Bauzaun als flexibles Modul, das uns ermöglicht, Bauzonen und Räume zu definieren. Wir arbeiten auch mit spitzen, markanten Layout-Formen, die bewusst nicht wohlig wirken und teilweise Sackgassen erzeugen, insgesamt aber ein sehr dynamisches Layout schaffen und das Publikum durch den Raum leiten. Bei jedem Themenstrang, den Bauzonen, gibt es einen Innenbereich vor 1945 und einen Außenbereich nach 1945. Zwischen diesen beiden Bereichen entstehen visuelle Verbindungen, die Besucher:innen zum Nachdenken anregen und die Geschichte erfahrbar machen.
Die Bauzaun-Komponente wird mit handelsüblichen Produkten wie Handkarren, verschiedenen Trolleys, Wellblech oder Straßenkegeln kombiniert, was bewusst den temporären Charakter der Installation unterstreicht. Die Trolleys tragen etwa dazu bei, eine überhöhte Darstellung der NS-Kunstwerke zu vermeiden und ihr entgegenzuwirken. Die Werke werden niedriger gehängt als in Museen erwartet und in Aufbewahrungskisten präsentiert. Nicht zuletzt sind Bauzaun sowie die mobilen Trolleys Teil eines Konzepts, das nachhaltig gedacht ist: Diese Produkte hinterlassen kaum Müll und können wiederverwendet werden.
Die „Baustelle Erinnerung“ arbeitet Vergangenes auf, um für die Zukunft zu bauen. Mit dem Gastbeitrag „Hitler entsorgen“ aus dem Haus der Geschichte Wien.
Ab jetzt bis 29. August 2026 geöffnet
Kuratiert von: Theresia Anwander, Felix Wittwer, vorarlberg museum
Ausstellungsgrafik: Nina Sturn
Ausstellungsgestaltung | Szenografie: Sabrina Summer, London
Medientechnik: Martin Beck & Team
Spezialbauten: Roland Adlassnigg
Aufbau und Beleuchtung: vorarlberg museum
Projektmanagement: Johannes Nussbaumer, Judith Kern
Fotos: Petra Rainer, René Fischer, Nina Sturn